Ich wurde nicht disziplinierter. Ich musste es einfach nicht mehr sein.
Dieser Satz lässt die meisten „Lifestyle-Motivationsposts“ sofort von der Wand fallen.
Weil klar: Als Erwachsene kommt diese typische Szene. Du schaust in den Spiegel und sagst: „Ich bin hässlich.“ Optisch hässlich. Mein Po hängt, meine Arme hängen, ich habe kaum Muskeln. Ich habe sicher 10 Kilo zu viel. Meine Hüfte (rundherum) sieht nicht gut aus. Und ich bin 27, eine junge, starke Frau – und trotzdem: Wie sehe ich bitte aus?
Dann kommt die „logische“ Antwort: mehr Disziplin, mehr Training, weniger Essen, noch genauer aufpassen, noch konsequenter sein, weil es nicht funktioniert hat, dann liegt es bestimmt daran, dass ich nicht streng genug mit mir bin!!!
Nur… ich war schon extrem konsequent. Wenn ich gesagt habe: Ab morgen kein Tee – dann war es kein Tee mehr. Wenn ich gesagt habe, ab Morgen keine Alkohol? Dann ist es keine. Wenn ich gesagt habe nein, dann war es nein. Ich bin nicht „zusammengebrochen“. Ich habe es wirklich durchgezogen. Nicht als Ausrede, nicht als Selbstbetrug – ich habe es sauber gemacht.
Trotzdem: Mein Körper hat nicht so reagiert, wie er „sollte“. Es ist auch schierig sofort realisieren, weil ich besser, schöner war, trotzdem Migräne, Laktoseintoleranz sind schon dabei. Nach der Schwangerschaft kamen Allergien, Ekzeme unter den Augen, Entzündungen… und dann die Antwort von außen: „Ach komm, das ist normal.“ So richtig schweizerisch: „ja, ja“ – ausgedrückt. Als wäre etwas wahr, nur weil es viele sagen.
Na ja: Man denkt dann oft lieber „okay, dann bin ich halt normal“, statt aufzufallen, weil wenn du rausstehst, bist du „die Abnormale“. Auch wenn du vielleicht recht hast. Also duckst du dich wieder weg, suchst Schlupflöcher, lavierst herum… bis irgendwann diese Unruhe wiederkommt.
Ab hier wird’s interessant.
Die meisten glauben, Carnivore ist ein „Willenskraft-Projekt“. Bei mir war es genau anders: Ich kam aus der Situation raus, in der ich ständig kämpfen musste.
Früher bedeutete „aufpassen“ bei mir:
wann esse ich,
wie oft esse ich,
was tausche ich gegen was,
wie viel ist „erlaubt“,
wovon habe ich schon wieder zugenommen.
Na das ist das Verrückte: Ich habe nicht nur von Pasta zugenommen. Nicht nur von Schokolade. Nicht nur von Reis. Ich habe sogar von „Fitness-Essen“ zugenommen.
Trockene Hähnchenbrust? Nach zwei Tagen konnte ich es nicht mehr runterkriegen – mein Körper hat es einfach ausgespuckt. Reis? Ein Löffel fühlte sich an wie 100 Gramm. Schokolade mit Süßstoff? Auch davon. Roggenbrot, Vollkornbrot, auch davon, von allem.
Im Kopf lief der Wahnsinn: „Ich muss noch mehr kontrollieren.“
Dann kam irgendwann dieser Punkt – nicht als große Erleuchtung, eher als müde Klarheit – und ich habe angefangen, mehr auf Fleischbasis zu essen und genau da ist passiert, woraus der Titel entstanden ist:
Ich wurde nicht disziplinierter – ich musste es nicht mehr sein.
Weil Essen keine Prüfung mehr war. Kein „brav sein“. Kein „Widerstand“. Zum ersten Mal hatte ich nicht das Gefühl: Ich bin schuld, wenn es schwer ist. Sondern:
Das System war für mich falsch gebaut.
Das ist der Kern vom Identitätswechsel: Ich wurde nicht „ein neues Ich“. Ich habe eher etwas zurückbekommen: innere Ruhe, inneren Frieden.
Diät war für mich immer ein Deal:
„Das darfst du, das nicht.“
„Davon nur eine Handvoll.“
„Davon nur ein Stück.“
„150 Gramm sind okay.“
und ich habe wirklich gelebt wie jemand, der ständig eine Prüfung schreibt.
Mit Fleischbasis war plötzlich dieser Satz da, den niemand in der Diätwelt sagen will:
„Setz dich hin und iss, bis du nicht mehr kannst.“
Nein, das ist nicht „Feiern von Maßlosigkeit“. Es ist eher die Erkenntnis: Wenn dein Körper nicht mehr auf einer Insulin-/Blutzucker-Achterbahn sitzt, dann meldet er sich anders. Er fragt nicht nach dem nächsten Snack. Er stoppt. Fertig. Genug.
Der größte Shift war nicht: „Ich habe mich besser im Griff.“
Sondern:
das Verlangen ging weg,
die Suche ging weg, kein Snacks
dieses Kühlschrank-Auf-und-Zu ging weg,
dieses permanente „ich muss korrigieren“ ging weg.
Disziplin ist oft keine Tugend, sondern ein Symptom. Ein großes Zeichen, dass etwas nicht passt. Wenn du bei jedem Essen kämpfen musst, ist das kein Charakterfehler. Das ist Information. Du musst kein Held sein, weil du leidest. Du kannst einfach sagen:
„Okay, so funktioniert es für mich nicht.“
Carnivore Ernährung (und alles „nur das“-Denken) ist keine Lösung für alle.
Warum sage ich das so klar?
Die wissenschaftliche Lage ist gemischt und entwickelt sich noch.
Es gibt Übersichten, die zeigen: Die Evidenz ist begrenzt und nicht einheitlich.
Es gibt große Erfahrungsberichte/Umfragen, aber das ist oft nicht wie eine kontrollierte Studie.
Seriöse Quellen warnen vor möglichen Langzeitrisiken (Ballaststoffe, Mikronährstoffe, Lipide usw.).
Und trotzdem: Nur weil etwas nicht „für alle empfohlen“ ist, kann es für manche ein echter Gamechanger sein. Man muss daraus nur keine Glaube machen.
Vertrauen entsteht dort, wo es Grenzen gibt.
Zu sagen „nicht für alle“ ist keine Schwäche. Es ist Verantwortung gegenüber dich, aber RICHTIG durchziehen kannst du jedenfall.
Dieser Teil ist wichtig für Frauen, weil viele mit „ich will schöner sein“ starten – und eigentlich meinen sie: Ich will keinen Krieg im Kopf gegen meinen Körper.
Schönere Haut, bessere Haare, bessere Form… ja, das kann kommen, wenn der Körper gut versorgt ist.
Bei mir hat auch der Spiegel geschrien. Aber das, was zuerst besser wurde, war nicht mein Po, nicht meine Arme, nicht meine Taille. Es war mein Nervensystem.
Als ich nicht mehr den ganzen Tag aufpassen musste – wann, was, wie viel, womit – da wurde nicht nur Zeit frei. Leben wurde frei.
Ich wurde nicht motivierter. Nicht „ein neuer Mensch“. Ich wurde einfach ruhiger, lockerer....
Die Stille ist manchmal komisch. Wenn Snacken vorher dein Puffer war, deine Belohnung, dein Beruhiger – dann stehst du plötzlich da und fragst:
„Okay… und was mache ich jetzt mit diesem Raum?“
Eine der größten Lügen der Self-Improvement-Kultur ist: Du musst deinen Körper ständig reparieren. Als wäre er ein kaputtes Produkt.
Und dann habe ich gemerkt: Auf Fleischbasis (und ohne diesen Kohlenhydrat-Overload) wurde ich nicht „heilig“, nicht „besser“, nicht ein Guru. Es ist einfach nur das passiert:
weniger Verlangen,
weniger Kampf,
weniger innerer Kontrollzwang.
und als Mama hat mich vor allem eins getroffen: Zeit.
Mir sind jeden Tag zwei bis drei Stunden frei geworden, weil:
die Menü-Spirale weg war,
ich nicht ewig überlegt habe, was ich koche oder kaufe,
ich nicht aus Stress „geplant“ habe,
ich mich nicht ständig „verbessern“ musste.
Diese Zeit ist nicht nur praktisch. Das ist Identität. Weil viele Mütter so leben: „Wenn die Kinder groß sind, dann…“
Aber bis ein Kind rausfliegt, sind das 15–20 Jahre. Und selbst bis Kindergarten sind es Jahre. Ich war nicht bereit, so lange zu warten, bis ich mich wieder wie ein Mensch fühle.....absolut no go.
Der weibliche Körper ist kein Projekt.
Und wenn ein Ernährungsstil dir nur das gibt, dass du dich nicht jeden Tag hasst – das ist schon riesig.
Früher war Essen das Zentrum meines Tages, nicht die Arbeit, nicht die Kinder auch nicht die Beziehungen, sondern dieses „wann was wie“.
Mit Fleischbasis ist es aus der Mitte raus und dadurch wurde ich – in meinen Worten – eine unglaublich freie Frau.
Nicht frei im Sinn von „ich kann alles essen“. Sondern frei im Sinn von: ich muss nicht den ganzen Tag darüber nachdenken.
Ich hatte zwei einfache Systeme:
ich brate für mehrere Tage vor, oder
ich mache es für heute / 1–2 Tage.
Fertig, einpacken, mitnehmen. Kein Panik-Gedanke: „Oh Gott, das wird nicht reichen.“ Keine Angst: „Was mache ich, wenn ich Hunger habe?“
Mein Körper wollte nicht mehr als er brauchte.
Ja: Einfachheit = weniger mentale Last.
Je mehr Mikrodinge du entscheiden musst, desto müder wirst du. Wenn 30% deines Tages Essen-Entscheidung ist, dann ist 30% deines Tages Müdigkeit.
Ich wurde nicht stärker. Ich hatte nur weniger zu entscheiden.
Stabile Energie heißt nicht „ich bin im Dauer-High“, kein Hype, kein Koffein-Drama, kein Dopamin-Jagen, sondern: ich stürze nicht ab.
Bei mir sah das so aus:
morgens wache ich gegen 6–7 wach auf,
abends kann ich um 23 Uhr noch klar denken (wenn nötig ist, aber oft arbeite noch),
kein Brain Fog,
nicht dieses Gefühl, als wäre Beton im Kopf.
Weisst du was richtig Krasse ist?
Ich brauchte kein „Doping“. Kaffee? ...nöööö......Ich habe es nicht verboten aber ich brauchte es nur nicht mehr wie früher.
Trotzdem: Wenn etwas so simpel ist, glauben es viele nicht, weil wir an Leiden glauben. An „Disziplin muss weh tun“. Dabei musst du manchmal nur den Faktor rausnehmen, der den Kampf überhaupt erzeugt.
Hast du schon überlegt: Was du über Gesundheitkenntnisse weiss, ist falsch, oder sehr grosse Teil falsch?
Wenn der Körper ständig „ein Problem“ ist, lebst du wie jemand, der sich selbst schlagen will, mit Training, Diät, Kontrolle.
Bei Fleischbasis hat etwas umgeschaltet: Mein Körper wurde nicht perfekt, aber er wurde verständlich.
Die Signale wurden klarer. Kein Chaos mehr wie:
einmal Hunger, einmal nicht,
einmal geht’s, einmal falle ich auseinander,
einmal okay, einmal „warum geht es mir so schlecht“.
Ich beobachte meinen Körper nicht – ich höre ihn.
Beobachten ist oft Zwang. Hören ist Zusammenarbeit. Es ist grosses Different.
Der schönste Effekt: Entscheidungen wurden nicht schneller. Sie wurden leichter.
Wenn kein Brain Fog da ist, kein ständiges Verlangen, kein „was darf ich noch essen?“ – dann brennt dein Kopf nicht an Kleinigkeiten aus. Dann bleibt Platz:
für die Kinder,
für die Arbeit,
für Beziehungen,
für dich.
Hier kommt dieser Mama-Satz, den viele nicht sagen:
Ich hatte Zeit für mich.
Nicht „irgendwann“.
Jetzt.
Genau da wird Fleischbasis mehr als „Ernährung“. Es wird ein Rahmen, der Luft gibt. Kein Predigen. Kein Missionieren. Nur Struktur.
Zum Schluss: Ja, dieser Zustand kann Zuhause sein – aber er darf keine Flucht sein.
Wenn du es machst, weil du dich hasst, kommt selten Ruhe raus.
Wenn du es machst, weil du einfach nicht mehr bei jeder Mahlzeit kämpfen willst, kann etwas Gutes entstehen.
Mein letzter Satz, den ich wirklich ernst meine:
Wenn ein Ernährungsstil dir nur das gibt, dass endlich Ruhe da ist – das ist Lebensqualität.
Aber du musst diese Ruhe nicht auf die gleiche Art erreichen wie ich, aber so geht sehr schnell:)

1) Ist Carnivore Ernährung das Gleiche wie Keto?
Nein. Keto kann auch pflanzlich sein. Carnivore ist fast „null Pflanzen“. Die Carnivore-Evidenz ist kleiner und oft widersprüchlich.
2) Ist es langfristig sicher?
Es gibt noch nicht genug hochwertige Langzeitstudien, die alles klar beantworten. Es gibt mögliche Risiken, darum raten viele seriöse Quellen zur Vorsicht.
3) Was, wenn mein LDL-Cholesterin steigt?
Das kann passieren. Triglicerid ist wichtig für uns:)
4) Was ist der häufigste Fehler bei Frauen?
Zu hart starten + Perfektionismus. Wenn statt Ruhe Angst kommt, ist das ein Zeichen: Rahmen anpassen.
5) Warum war es bei dir plötzlich so leicht?
Weil die Versuchung und die Entscheidungsflut weg waren. Kein Superpower. Einfach weniger Kampfplätze.
Nicht jeder Weg beginnt mit einer Entscheidung
Manches ist zuerst einfach da.
Als Gedanke.
Als Gefühl.
Die Haltung, die in diesem Blog sichtbar wird,
nimmt an einem Punkt eine geführte Form an.
Diesen Rahmen nenne ich CarnieGo.
Nicht jetzt.
Nicht für alle.
Und ohne Erklärung.
sage ich dir Bescheid.
Kein Newsletter. Eine einmalige Information, wenn es beginnt.