Echter Hunger.
Ich fange absichtlich damit an, weil bei mir jahrzehntelang alles falsch etikettiert war: Ich habe gesagt „Ich bin hungrig“, während ich in Wahrheit Druck, Gereiztheit, Brain Fog gespürt habe – und dieses Gefühl von „ICH BRAUCHE JETZT SOFORT ETWAS“, als würde sonst das ganze System auseinanderfallen.
Wenn du das kennst: Du bist hier richtig. Nicht für ein neues Regelwerk, sondern für etwas viel weniger „cooles“ – aber viel funktionierenderes: Klarheit.
Seit ich fleischbasiert (carnivore) esse, ist etwas passiert, von dem ich früher nicht mal gedacht hätte, dass es möglich ist: Mein Körper wurde ruhig, erholt, frei, und mit „frei“ meine ich nichts nur Spirituelles.
Sondern: weniger Unruhe, weniger Verlangen, weniger tägliches „Was esse ich wann – und wie halte ich das aus?“.
Echter Hunger ist ein ruhiges, klares Körpersignal. Er ist flexibel, nicht drängend, und nach einer echten Mahlzeit verschwindet er – er kommt nicht sofort wieder. (wikipedia)
Ehrlich? NEIN.
Wir können jederzeit essen. Und manchmal auch ziemlich viel. :)
Aber: Wenn der Körper ruhiger wird, steuert Essen deinen Tag weniger. Wenn es deinen Tag weniger steuert, wird dein Kopf freier, und wenn der Kopf freier wird, verändert sich dein Selbstbild.
Und ja: Das ist mehr als Ernährung. Das ist ein Zustandswechsel.
Ich hatte ein System. Ich war richtig gut darin, mich selbst zu „managen“.
Morgens etwas Süßes: Obst, Müsli, irgendwas Fruchtiges.
Bircher Müsli, Smoothie – weil dann ist dieser „Süßhunger“ erstmal beruhigt.
Nicht, weil ich wirklich satt war. Sondern weil ich dieses süße Gefühl gebraucht habe. Und dann konnte ich mir einreden: „Okay. Ich halte durch bis Mittag. Ich snacke nicht.“
Mittags: Salat, Ei, manchmal Käse, manchmal etwas Tierisches – Fleisch eher wenig. „Gesund.“ „Leicht.“ „Diszipliniert.“
Viel Gemüse-Salat und wenig Protein....
Den Nachmittagskaffee habe ich oft kaum erwarten können. Nicht mal wegen dem Kaffee – sondern weil ich dann 20 Minuten „meine Ruhe“ hatte. Kurz hinsetzen, kurz weg, Gehirn ausschalten. Es war ein Mini-Fluchtweg.
Abends: Darauf habe ich seit Mittag gewartet.
Und das unterschätzen viele: Nicht das Essen hat mich müde gemacht. Sondern diese dauernde mentale Schleife:
Wann esse ich das nächste Mal?
Was esse ich das nächste Mal?
Darf ich das?
Halte ich das aus?
Warum brauche ich schon wieder etwas?
Ich nannte das Hunger. In Wahrheit war es ständiges Reagieren – auf Blutzuckerschwankungen und damit auch auf Insulin.
Wenn ich ehrlich bin: Dieses klassische, klare „Magen knurrt“-Signal hatte ich selten.
Stattdessen kamen die typischen „Hunger“-Zeichen, die eher nach Verlangen oder Stress aussehen:
plötzlich gereizt
Fokus weg
Kaffee als Rettungsring
„Ich will irgendwas“ (meist süß oder Snacks)
dieses Drängen: „JETZT muss etwas her“
Wenn ich gegessen habe: kurz besser. Eine Stunde. Manchmal weniger.
Dann ging’s wieder von vorne los – plus dieser Selbstdisziplin-Kampf: „Nein, noch nicht. Es ist noch nicht Abendessenzeit.“
Das ist kein Hunger. Das ist ein Loop.
Als ich auf fleischbasiert umgestellt habe, war das Seltsame nicht, dass ich weniger gegessen habe.
Das Seltsame war: Ich musste nicht mehr ständig etwas haben.
Ich musste nicht mehr dauernd den Kühlschrank aufmachen – „nur kurz schauen“.
Ich musste nicht mehr dauernd überlegen, „was esse ich als Nächstes“.
Es gab dieses „jetzt sofort“ nicht mehr, das mich innerlich geschubst hat.
Es kam schnell. Erschreckend schnell. Und dann war dieser Moment:
Vielleicht war ich nie „zu hungrig“.
Vielleicht war mein System einfach viel zu lange viel zu laut.
Ich habe verstanden: Was ich früher Hunger genannt habe, war oft eine Mischung aus:
Blutzucker-Achterbahn
hormonellen Reaktionen
Gewohnheit (Zeit, Routine, Belohnung)
verarbeiteten Triggern (auch in „gesunder“ Verpackung)
und einem Körper, der ständig gezwungen war, auf Essen zu reagieren
Mit dieser Erkenntnis kam die provokante Wahrheit:
Mein Körper wollte nicht „mehr Essen“.
Er wollte echte Sättigung.
Echter Hunger ist kein Drama.
Er ist:
ruhig
nicht beleidigt, wenn ich noch warte (sogar +2 Stunde ist auch kein Problem)
nicht drängend
nicht an ein bestimmtes Lebensmittel gebunden
nach dem Essen: abgeschlossen
Heute spüre ich: „Ich bin hungrig.“
Trotzdem kann ich locker 1–2 Stunden ohne Essen sein, ohne dass ich kippe.
Früher war es unvorstellbar. Früher war Essen mein Stabilisierungssystem auch.
Heute ist Essen wieder das, was es sein soll: Nahrung – kein Notfallplan.
Das ist die Liste, die ich mir früher an den Kühlschrank geklebt hätte:
1) Du willst nicht „essen“ – du willst GENAU DAS
Wenn nur Schokolade zählt, nur Brot zählt, nur Chips zählt: Das ist selten echter Hunger. Das ist Verlangen und ja: Dazu gehören auch Salz-Erdnüsse, Müsliriegel und „nur ein bisschen Obst“.
2) Es kommt plötzlich und drängt
Echter Hunger baut sich langsam auf. Verlangen knallt rein.
3) Du wirst hangry
Gereiztheit + Brain Fog + innerliches Wackeln ist oft eher Schwankung als Hunger.
4) Es kommt nach dem Essen schnell zurück
Echter Hunger verschwindet. Der Loop kommt wieder.
Bei echtem Hunger bist du manchmal stundenlang – sogar einen Tag – einfach nicht hungrig. Im Loop bist du nach einer Stunde wieder „dran“.
Ganz ehrlich: Wenn dein Kind ständig isst, immer essen will… da stimmt was nicht. Da ist ein Muster........überlegmal:)
5) Eigentlich bist du müde, überdreht oder gestresst
Dann ist es oft Stressessen oder „Beruhigungs-Essen“.
6) „Richtiges Essen“ zieht dich nicht
Wenn Eier/Fleisch/Brühe dich nicht interessieren, aber Snacks plötzlich sexy sind: eher Verlangen.
7) Essen ist dein Reset-Button
Wenn Essen dich beruhigt: nicht „schlecht“. Aber oft kein echter Hunger – eher Nervensystem-Regulation. Dopamin. Gewohnheit. Ein Körper, der auf „Kick“ trainiert wurde.
„Würde ich jetzt Eier oder Fleisch essen?“
Ja → eher echter Hunger.
Nein, aber Snack ja → eher Verlangen/Stress/Schwankung.

Der grösste Gewinn war nicht nur Gewicht oder „Makros“. Sondern: weniger psychische Last.
Früher war mein Kopf eine Essens-Management-App:
Was koche ich? Wann esse ich? Was später? Habe ich was zu Hause? Was ist offen? Was „darf“ ich?
Heute eher:
Ich esse mein Fleisch, wenn ich hungrig bin (meist 1–2x am Tag). Punkt.
Von außen klingt das hart. Für mich ist es total entspannt.
Weil es mich aus diesem „Ich muss mich kontrollieren“-Film rausnimmt.
Ab 2015 kam die Fitness-Schiene:
„Nur dunkle Schokolade, weil gesünder.“
„Nur Süßstofftee, weil kein Zucker.“
„Nur glutenfreier Hefezopf, weil gesünder.“
„Nur Obst als Dessert, weil besser als Donut.“
„Nur dies, nur das…“
"Nur Oliven Öl, weil gesunder als Schweinschmalz"
Es hat „funktioniert“ – im Sinne von: Ich konnte mein Aussehen besser halten und meinen Hunger irgendwie regulieren.
Aber eine echte Lösung war es nicht. Die Lust war da. Manchmal sogar stärker.
MIt der Zeit war ich wieder im Jojo-Effekt.....
Weil ich die Wurzel nicht verändert habe – nur die Verpackung.
Süß blieb süß. Trigger blieb Trigger.
Leider habe ich lange nicht hingeschaut, was in „gesund“ und verarbeitet alles drin war: Zusätze, Emulgatoren, dieser ganze Müll, den ich täglich in riesigen Mengen gegessen habe – und mir dabei gesagt habe: „Das ist gesund. Das ist besser.“
Biokemie habe gelernt, also unsere Stoffwechselnablauf aber körperlich nie angwendet.......
Mein Körper wollte keine neue Strategie. Keine neuen Versionen.
Er wollte Ruhe. Sättigung und den Treibstoff, von dem er wirklich lebt.
Ich habe aufgehört, mich reparieren zu wollen.
Ich mache drei Dinge:
Ich esse, wenn ich hungrig bin – so lange, bis ich nicht mehr hungrig bin und ich liebe das. :)
Ich esse so, dass echte Sättigung kommt.
Ich nutze Essen nicht automatisch zur Beruhigung.
Und ich stelle Fragen, die nicht Kontrolle sind, sondern Kontakt:
Bin ich wirklich hungrig – oder müde?
Bin ich wirklich hungrig – oder überlastet?
Will ich essen – oder will ich Pause, Mitleid?
Das ist kein Plan. Das ist ein Zustand.
Ich habe „Hunger“ genannt, was in Wahrheit Stress, Schwankung und Gewohnheit war. Seit ich fleischbasiert esse, ist mein Körper freier und ruhiger – er macht einfach sein Ding: weniger Wahnsinn ums Essen, weniger Drängen, mehr echte Sättigung. Echter Hunger ist kein Drama – sondern ein ruhiges Signal, das nicht über dich bestimmt.
Nicht jeder Weg beginnt mit einer Entscheidung
Manches ist zuerst einfach da.
Als Gedanke.
Als Gefühl.
Die Haltung, die in diesem Blog sichtbar wird,
nimmt an einem Punkt eine geführte Form an.
Diesen Rahmen nenne ich CarnieGo.
Nicht jetzt.
Nicht für alle.
Und ohne Erklärung.
sage ich dir Bescheid.
Kein Newsletter. Eine einmalige Information, wenn es beginnt.