Ich war müde davon, alles im Kopf lösen zu wollen.
Ich wollte einfach funktionieren.
Nicht perfekt funktionieren.
Nicht optimiert funktionieren.
Nur normal funktionieren.
Ich wollte kein neues System mehr.
Keine neue Methode.
Nur eine stabile Grundlage, auf der mein Körper und mein Leben endlich ruhig funktionieren können.
Irgendwann habe ich sie gefunden.
Interessanterweise haben sich nicht zuerst meine Gedanken verändert, sondern mein Körper.
Nach meiner Zwillingsschwangerschaft passierte etwas, das sich gleichzeitig unglaublich und fast brutal anfühlte:
Ich verlor 25 Kilo in zwei Monaten.
Davor hatte ich sehr damit gekämpft, und plötzlich schmolzen die Kilos einfach.
Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte ich:
Mein Körper arbeitet wieder mit mir.
Als mein Körper stabiler wurde, veränderte sich auch mein innerer Zustand. Meine Gedanken wurden nicht komplett anders, aber sie wurden ruhiger.
Ich fühlte eine tiefe Zufriedenheit, weil ich etwas zurückbekam:
mein Strahlen,
mein Selbstvertrauen.
Die Gedanken waren noch da, aber sie drängten nicht mehr.
Dieses Gefühl verschwand:
„Mach etwas.
Löse es.
Reagiere.
Korrigiere es.“
Die Gedanken existierten weiterhin, aber sie bestimmten nicht mehr meinen ganzen Tag.
Lange Zeit dachte ich, mentale Stärke bedeutet:
alles zu kontrollieren.
Jede Reaktion zu verstehen.
Jedes Gefühl zu analysieren.
Jeden inneren Prozess zu erklären.
Heute sehe ich das anders.
Ruhe entsteht nicht dadurch, dass man alles kontrolliert, sondern dadurch, dass man nicht überall eingreift.
Einfach funktioniert meinen Körper und lauft automatisch wie es muss.
Nicht auf jeden Gedanken reagiert.
Nicht jedes Gefühl sofort interpretiert.
Nicht alles reparieren oder lösen will.
Man lässt Dinge einfach passieren.
Nicht alles in unserem Leben ist zufällig da.
Viele Situationen bringen Möglichkeiten mit sich, aber es liegt an uns, ob wir sie erkennen und nutzen.
Das war eine meiner größten Erkenntnisse.
Nicht jeder Gedanke ist ein Problem.
Nicht jedes Gefühl braucht eine Reaktion.
Nicht jede innere Spannung bedeutet, dass etwas falsch ist.
Oft ist es einfach eine natürliche Reaktion.
Wenn man das versteht, verändert sich etwas Grundlegendes.
Man hat nicht nur mehr Energie, hat mann mehr inneren Raum.
Irgendwann bemerkte ich etwas.
Der innere Dialog wurde leiser.
Weniger Erklärungen.
Weniger Analysen.
Weniger ständiges Nachdenken.
Ich begann einfach zu leben.
Ich wurde nicht perfekt.
Vielleicht nur ehrlicher mit mir selbst, und vielleicht auch ein bisschen näher an der Person, die ich wirklich bin.
Ein schönes Beispiel dafür sind die Geschmäcker meiner Kindheit.
Lange Zeit habe ich das ignoriert.
Doch als ich begann, wieder diese einfachen Lebensmittel zu essen, fühlte sich plötzlich etwas richtig an.
Als wäre alles wieder an seinem Platz.
Im Sport passierte etwas Ähnliches.
Ich habe immer gesagt:
Die beste Bewegung ist die, die du gerne machst.
Nicht aus Pflicht, nicht, um besser zu werden, sondern weil es sich gut anfühlt.
Manchmal tanze ich, manchmal mache ich Intervalltraining, aber nicht mehr, um mich zu optimieren, sondern weil ich es liebe.
Es ist Spass, ist es Abschalten, und gleichzeitig formt es den Körper.
Wie man so schön sagt:
zwei Fliegen mit einer Klappe.
Mentale Klarheit entsteht nicht dadurch, dass man alles versteht, nicht dadurch, dass man jedes Gefühl analysiert, sondern dadurch, dass man nicht alles kontrollieren will.
Wenn dein Körper stabil funktioniert, ordnen sich viele Dinge von selbst.
Nicht weil du sie gelöst hast, sondern weil sie nie ein Problem waren.
Und vielleicht ist genau das eine der überraschendsten Erkenntnisse.
Wenn dein Körper kein Projekt mehr ist …dann bist du es auch nicht.
Was bedeutet es, wenn der Körper kein Projekt mehr ist?
Es bedeutet, dass man nicht ständig versucht, sich selbst zu optimieren oder zu verändern. Der Körper wird nicht mehr als Problem gesehen, sondern als funktionierendes System.
Kann Selbstreflexion zu viel werden?
Ja. Wenn Selbstreflexion zu ständigem Analysieren wird, kann sie mental erschöpfen. Verstehen bringt nicht immer Ruhe.
Was verändert sich, wenn der Körper stabiler wird?
Die Gedanken verschwinden nicht unbedingt, aber der innere Druck nimmt ab. Reaktionen bestimmen den Alltag weniger stark.
Bedeutet Ruhe Kontrolle?
Nicht unbedingt. Oft bedeutet Ruhe eher, dass man nicht auf jeden Gedanken oder jedes Gefühl reagieren muss.
Nicht jeder Weg beginnt mit einer Entscheidung
Manches ist zuerst einfach da.
Als Gedanke.
Als Gefühl.
Die Haltung, die in diesem Blog sichtbar wird,
nimmt an einem Punkt eine geführte Form an.
Diesen Rahmen nenne ich CarnieGo.
Nicht jetzt.
Nicht für alle.
Und ohne Erklärung.
sage ich dir Bescheid.
Kein Newsletter. Eine einmalige Information, wenn es beginnt.